In 8 Schritten zu selbst gezüchteten Kartoffeln

Dienstag, 05. März 2019

In 8 Schritten zu selbst gezüchteten Kartoffeln

Anzucht-Tipps für Garten & Balkon

1. Finde den richtigen Platz für deine Kartoffelzucht

Du glaubst, du brauchst einen Garten, um selbst Kartoffeln zu züchten? Weit gefehlt! Alles, was du benötigst, ist ein passendes Anzuchtgefäß und ein warmes und sonniges Plätzchen - und das gibt es sicher auch auf deinem Balkon oder deiner Terrasse. Kartoffeln sind somit perfekt für Urban Gardening geeignet.

2. Wähle den passenden Anzucht-Behälter

Grundsätzlich kannst du Kartoffeln in jedem hohen Behälter anzüchten. Wir empfehlen jedoch die Verwendung spezieller Pflanztaschen, Pflanzkörbe und Pflanzeimer, da diese für die Anzucht von Kartoffeln konzipiert sind und zum Beispiel Wurzelfäule verhindern. Gerade Kartoffeleimer sind zudem oft so konstruiert, dass sie auch die Ernte der Knollen erleichtern.

Besonders praktisch sind sogenannte Kartoffeltürme, die aus mehreren Etagen bestehen und so die besonders effiziente Nutzung von Platz ermöglichen. Sie eignen sich außerdem auch für den Anbau von Gemüse sowie Kräutern, sodass du sie als vollwertigen vertikalen Gemüsegarten nutzen kannst.

3. Wähle die richtigen Anzucht-Kartoffeln

Du kannst aus einem großen Angebot verschiedener Kartoffelsorten auswählen. Wir haben die beliebtesten Sorten nach ihrem Erntezeitpunkt sowie ihren Kocheigenschaften für dich gesammelt. Je nachdem, für welche Sorte du dich entscheidest, bringt eine Saatkartoffel zwischen einem halben und einem Kilogramm Ertrag.

  • Frühe Sorten, festkochend: Agata, Amalia, Rosara, Christa, Gloria, Sieglinde, Princess
  • Frühe Sorten, mehlig kochend: Augusta, Karlena
  • Mittelfrühe Sorten, festkochend: Nikola, Saskia, Blauer Schwede, Bintje, Hansa, Cilena
  • Mittelfrühe Sorten, mehlig kochend: Agria, Afra
  • Späte Sorten, festkochend: Granola, Bamberger Hörnchen, Palma
  • Späte Sorten, mehlig kochend: Aula, Datura, Arran Victory

4. Lasse die Saatkartoffeln vorkeimen

Vorkeimen ist ein unverzichtbarer Schritt, denn es führt nicht nur zu einem höheren Ertrag, sondern ist auch ein natürlicher Schutz gegen Krautfäule. Darüber hinaus beginnt die ertragsbildende Phase dank Vorkeimung rund zehn bis 14 Tage früher. Wir empfehlen dir daher, die Saatkartoffeln in einem Eierkarton rund vier Wochen lang bei einer Temperatur von etwa 15 Grad Celsius auf der Fensterbank vorkeimen zu lassen.

5. Starte zum richtigen Zeitpunkt

Wann du mit dem Pflanzen deiner Saatkartoffeln loslegen kannst, hängt in erster Linie davon ab, ob du dich für eine frühe, mittelfrühe oder späte Sorte entschieden hast. Grundsätzlich kannst du Kartoffeln von Ende März - frühe Sorten - bis Anfang Mai - späte Sorten - setzen.

Auf jeden Fall sollte die Bodentemperatur mindestens bei 7 Grad Celsius liegen. Besteht noch die Möglichkeit von Nachtfrost, solltest du dein Pflanzgefäß unbedingt mit einer Frostschutzhaube aus Vlies abdecken.

6. Achte auf richtiges Auspflanzen

Fülle dein Pflanzgefäß etwa bis zur Hälfte mit Erde - damit du die Kartoffeln später noch anhäufeln kannst - und lege die Saatkartoffeln laut Aussaatanleitung des Herstellers in diese. Achte dabei auf ausreichend Pflanzabstand von mindestens 30 cm, sodass die Kartoffeln genug Platz zum Wachsen haben. Nur so können sie den zehn- bis fünfzehnfachen Ertrag bringen. Grundsätzlich gilt: Für einen 10-Liter-Eimer reicht eine Pflanzkartoffel, in einem 15-Liter-Eimer haben bereits zwei Knollen Platz.

7. Pflege deine Kartoffelpflanzen

Da Kartoffeln einen recht hohen Nährstoffbedarf haben, solltest du sie regelmäßig düngen. Wenn du die ersten Kartoffeltriebe siehst, solltest du die Kartoffeln dünn anhäufeln, indem du die Triebe leicht mit Erde bedeckst. Dies führt dazu, dass die Pflanze viele Wurzeln und viele Knollen bildet. Darüber hinaus ist es auch wichtig, dass du Unkraut regelmäßig entfernst. Besonders, wenn du Pflanze noch jung ist, kann es sonst passieren, dass Unkraut ihr das Licht zum Wachsen nimmt.

8. Die richtige Ernte

Mit der Ernte deiner selbst gezüchteten Kartoffeln kannst du rund 100 Tage nach dem Auspflanzen der Saatkartoffeln beginnen. Ein wichtiges Zeichen dafür, dass es Zeit für die Ernte ist, ist das Absterben der Kartoffelstaude. Jetzt dauert es noch zwei bis drei Wochen, bis du die Knollen ernten kannst. Achte in dieser Zeit darauf, die Pflanze immer noch feucht zu halten. Grabe eine Knolle aus und prüfe die Schalenfestigkeit, indem du mit dem Daumen kräftig über die Schale reibst. Hält die Schale diesem Test stand, kannst du mit der Ernte beginnen.

Wir wünschen dir viel Spaß bei der Anzucht deiner eigenen Kartoffeln!