Einstimmen auf die stille Zeit – Adventkranz selber binden!
Besonders schön ist es, sich gemeinsam mit ein paar Freunden und einem Haufen duftenden Reisigs an den Tisch zu setzen: So können erfahrene Kranzbinder Neulingen zur Hand gehen und sie mit Tipps und tätiger Hilfe unterstützen. Dabei merkt man schnell: Es ist überhaupt nicht schwer, seinen Adventkranz selbst zu binden. Sofern man über ein paar Utensilien verfügt!
Erstens: Reisig. Die biegsamen, nadeligen Zweige können von der Fichte oder von der Tanne kommen (Blaufichte ist nicht empfehlenswert, weil sehr stachelig!). Viele Menschen verwenden auch Thujen, Salbeiblätter oder etwas Exotisches für den Adventskranz. Das riecht allerdings nicht so wunderbar vorweihnachtlich wie herkömmliches Reisig, das mit seinen ätherischen Ölen zum tiefen Durchatmen einlädt: Man merkt richtig, wie die Seele sich entspannt…
Zweitens: Neben dem Reisig braucht man dünnen Draht und einen „Rohling“, also einen Ring aus Styropor, Bast, Stroh etc., der den Kern des künftigen Adventkranzes darstellt. Je kleiner der Kranz ist, desto kleiner müssen übrigens auch die Zweige sein.
Nun legt man den ersten Zweig auf den Ring, wickelt Draht rundherum und macht schuppenförmig weiter. Die Zweige sollten so platziert werden, dass immer das Ende eines Zweiges den Anfang eines neuen Zweiges verdeckt. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis der gesamte Ring mit dem Grün überzogen ist.
Drittens: Die vier Kerzen. Um sie zu befestigen, benötigt man einen stabileren Draht als zum Binden. Und zwar kurze, gerade Stücke davon. Die werden über einer Kerze erhitzt und dringen so ganz leicht in das Wachs am Kerzenboden ein. Nun steckt man den Rest des Drahts mit der Kerze in den Kranz – und fertig ist die duftende Eigenkreation.
Viertens: Der Rest ist Fantasie und persönlicher Geschmack – Blätter, Gräser, Zapfen, Beeren, Schleifen, ja sogar hübsche Pastastücke machen aus dem einfachen Kranz ein individuelles Kunstwerk, das nun natürlich einen Ehrenplatz zuhause bekommt! Nur zu warm will es der Adventkranz nicht haben, sonst wirft er schnell beleidigt seine Nadeln ab.
Am liebsten liegt oder hängt er im kühlen Wintergarten oder im Flur – und gibt nur dann ein dekoratives vorweihnachtliches Gastspiel im gut geheizten Wohnzimmer, wenn es an den kommenden Adventsonntagen wieder herzerwärmend heißt:
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier – dann steht das Christkind vor der Tür! Einen duftenden, schönen Advent, wünschen wir Ihnen!
ÜBRIGENS:
Falls Sie sich wundern, dass hier einmal Adventskranz und einmal Adventkranz steht – das ist kein Fehler, sondern gewollt. Des Rätsels Lösung: In Deutschland schreibt sich die beliebte Vorweihnachtsdekoration mit „s“, im Österreichischen ohne. Daher die unterschiedliche Schreibweise.
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